Die Einführung eines ERP-Systems ist mit immensen Kosten verbunden. SAP nennt für die günstige Business-One-Lösung bei 4 Benutzern einen einmaligen Kostenpunkt von mind. 15T€ zzgl. jährlicher Lizenzkosten [06]. Dies entspricht in etwa den Kosten bei anderen Herstellern. Auch kostenlose ERP-Systeme benötigen einen umfangreichen Einarbeitungsaufwand, der je nach Verhältnis Eigenanteil zu fremder Hilfe ebenso teuer werden kann wie die ERP-Software bekannter Hersteller.
Als weiteres Hindernis wurde die Flexibilität genannt. In den Kleinstunternehmen bestehen überwiegend gewachsene Tabellenkalkulationsmappen oder Host-Datenbanken. Eine Änderung in diesen Systemen stellt keine große Hürde dar, was jedoch einem ERP-System als eher unflexibel angelastet wird.
Mögliche Lösungen könnten ERP-Systeme basierend auf der Cloud-Technologie sein. Hier würden die Daten intern gelagert und die Software bei Bedarf über den Browser oder per Remote genutzt. Die Wartung und Programmerweiterung fällt hierbei aus. SAP bietet dies derzeit für 79€/Person und Monat an. Ein weiterer möglicher Ansatz eröffnet sich beispielsweise mit der freien Sharepoint-Software von Microsoft. Sharepoint bietet mit einer SQL-Datenbank und Rechtevergaben die Möglichkeit bestehende Tabellen und Vorlagen zu speichern und zu bearbeiten. Dies wurde zuletzt von einem mittelständischen Unternehmen im Großraum Stuttgart für die komplette Warenwirtschaft ausgeweitet. In der Produktion und im Lager werden dabei mit Handhelds, wie den iPod Touch, und mobilen Apps Waren gebucht oder gekennzeichnet [07]. Die Kosten für die Umsetzung beliefen sich dabei auf ca. 2T€ sowie 1T€ für die fünf Handhelds (siehe auch Abbildung 03) [08].
Klein- und Kleinstunternehmen könnten die Zukunft für ERP-Systemhersteller sein. Der Einsatz von Cloudsystemen, sowie mobilen Handhelds sind neben der Minderung der Einführungskosten, der Optimierung der Haptik und der Integration von Office-Dokumenten die auschlaggebendsten Punkte.


